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Formvollendet und märchenhaft: Der Garten wird zum Winterwunderland

Gärten sind im Winter trostlos und unattraktiv? Weit gefehlt! Gerade zu dieser Zeit punktet ein geschickt angelegter Garten mit eindrucksvollen Formen und Strukturen. Wo noch im Sommer blütenreiche Beete beeindruckten, kommen jetzt Immergrüne, eindrucksvolle Gartenelemente und faszinierend geformte Gehölze wunderbar zur Geltung.

Efeu

Großer Auftritt der Immergrünen

Ein wichtiges Gestaltungselement für einen attraktiven Garten zur Winterzeit sind Immergrüne. Die unermüdlichen Pflanzen bringen von Januar bis Dezember Farbe in den Garten. Landschaftsgärtner empfehlen beispielsweise Eiben oder den Berg-Ilex, da sie sich gut in Form bringen lassen: Kugelrund oder quadratisch und symmetrisch angeordnet erzeugen sie auch im Winter den Schick englischer Gärten. Eine dünne Schneedecke unterstützt ihren geometrischen Schnitt sogar und mit Frost umrandet sehen die kleinen Blätter besonders schön aus. Als hohe Hecke erschaffen Immergrüne Privatheit: Das ist gerade während der winterlichen Zeit wichtig, in der weder die dichten Kronen der Bäume noch die grünen Blätter der Sträucher als Sichtschutz dienen. Auch wintergrüne Gräser, wie der Winter-Marbel, treten nun in den Vordergrund und faszinieren mit ihrer interessanten Optik: Besonders, wenn sich der Frost auf die einzelnen Halme legt und im Licht der aufgehenden Sonne sagenhaft glitzert. Die trockenen Samenstände von Fetthenne oder Rispenhortensien wirken weiß-bepudert ebenfalls faszinierend – einer der Gründe, warum aus gärtnerischer Sicht geraten wird, Stauden und Gräser erst im Frühjahr zu schneiden.

Einfach dufte!

Der Garten ist im Winter aber längst nicht nur grün und weiß – es gibt eine Reihe von Gehölzen und Sträuchern, die schon zu Beginn des Jahres mit ihrer Farbenpracht bestechen. So setzen Landschaftsgärtner mit den Blüten des Winter-Jasmins, der Kornelkirsche oder der Zaubernuss hellgelbe Akzente. Die Schnee-Heide sorgt mit ihren violett- und rotfarbenen Blüten vor dem Grün von Immergrünen für einen interessanten farblichen Kontrast. Sträucher mit einer besonderen Rinde oder einem faszinierenden Wuchs eignen sich, um den Wintergarten in einen faszinierenden Ort zu verwandeln: Die gedrehten Zweige der Korkenzieher-Weide sehen regelrecht künstlerisch aus und entfalten selbst bei trübem Wetter und nach einem Regenschauer, wenn an ihnen glitzernde Regentropfen hängen, ihre volle Wirkung. Verschiedene Hartriegel-Sorten beeindrucken mit einer breiten Palette an farbigen Rinden – in Rot, Orange oder sogar Gelb zeigen die dünnen Äste Richtung Himmel. Die Experten für Garten und Landschaft empfehlen, Pflanzen mit faszinierenden Farben und Formen dort zu platzieren, wo man sie auch während der eisigen Jahreszeit erleben und sehen kann. So machen sie sich vor allem im Vorgarten, in der Nähe von Fenstern oder entlang eines Weges gut. Duftende Winterblüher entfalten an diesen Orten ebenfalls ihre volle Wirkung, wie der Winter-Schneeball und die Winterblüte, deren zarten Blüten verführerisch nach Vanille duften. Das Duft-Geißblatt überzeugt mit frischem Zitronenduft: Herrlich, auf diese Weise zu Hause empfangen zu werden.

Zwerg

Funktional und dekorativ

Elemente aus Stein, Holz oder Metall sind die Konstanten des Gartens und haben vor allem im Winter, wenn der Farben- und Formenreichtum der anderen Jahreszeiten ihnen nicht die Show stiehlt, ihren großen Auftritt. Wege, Mauern, Treppen und Terrassen gliedern das Grundstück, leiten den Blick, schaffen Rückzugsorte und bieten auch bei Schnee gemütliche Sitzplätze – vielleicht mit einem Outdoor-Grill oder einer wärmenden Feuerschale. Ein Pavillon wirkt in einer schneebedeckten Umgebung und vor einem hellblauen, wolkenlosen Himmel fast schon majestätisch. Auch bei Nacht können diese Elemente im eigenen Winterwunderland beeindrucken: Experten für Garten und Landschaft setzen sie mit gekonnt platzierten Strahlern, direktem, indirektem oder diffusem Licht gekonnt in Szene und schaffen eine romantische Atmosphäre. So werden Gartenbesitzer auch während der dunklen Stunden mit einem malerischen Blick aus dem Fenster belohnt. Inspirationen und weitere Informationen sind unter www.mein-traumgarten.de zu finden.
BGL

Eibe

Winterfreude im Nadelkleid: Der große Auftritt der Immergrünen

Wenn im Winter die meisten Laubbäume ohne ihr dichtes Blätterdach im Garten  stehen, haben Immergrüne ihren großen Auftritt. Besonders Nadelgehölze kommen außerhalb der Vegetationszeit mit ihrem satten Grün imposant zur Geltung. Doch wieso zeigen die einen Gehölze während des Winters lediglich ihre kahlen Äste, während die anderen rund ums Jahr Blätter oder Nadeln tragen?

Bei den Sommergrünen, dem Großteil der Gartenpflanzen, ist der Laubabwurf ein natürlicher Winterschutz. Denn über ihre Blätter verdunsten sie Flüssigkeit, die sie während der kalten Jahreszeit nur schwer wieder über ihre Wurzeln aus dem gefrorenen Boden aufnehmen können. Um nicht zu verdursten trennen sie sich von ihrem Laub. Immergrüne Pflanzen dagegen, wie die meisten Nadelbäume, aber beispielsweise auch der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) oder Buchsbaum, behalten ihr Grün mehrere Jahre. „Wie bei den Sommergrünen wird auch bei den Immergrünen Wasserdampf über die Blätter freigesetzt, doch aufgrund der oftmals kleinen Blattoberfläche sind sie besser gegen Frost und Kälte geschützt“, erklärt Gerald Jungjohann vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL). „Außerdem verhindert eine natürliche Wachsschicht, dass die Blätter unkontrolliert Wasser verdunsten. Natürlich verlieren auch Immergrüne ihre älteren Blätter, doch das geschieht kontinuierlich über die Jahre verteilt und beinahe unbemerkt. Übrigens sind auch einige Nadelgehölze im Winter kahl, beispielsweise die Lärche (Larix) oder die Gold-Lärche (Pseudolarix amabilis).“ Neben den Sommer- und Immergrünen gibt es noch die Gruppe der wintergrünen Pflanzen. Diese zeigen zum Jahresende und während des Winters ihre volle Laubpracht, werfen jedoch rechtzeitig zum neuen Austrieb im Frühling das alte Laub ab. Als halbimmergrün bezeichnet man darüber hinaus die Pflanzen, die im Winter mit einem reduzierten Blätterkleid aufwarten.

Immergrün = immer gleich?

Im Unterschied zu Laubbäumen, die im Laufe ihrer Vegetationszeit sprießen, blühen, Früchte tragen, ihre Blattfarbe verändern und dann im Winter mit ihrem faszinierenden Geäst beeindrucken, scheinen Immergrüne immer gleich auszusehen – doch dies trifft nicht wirklich zu. Denn auch sie treiben im Frühling neu aus und zeigen an ihren Triebspitzen frische, hellere Grüntöne als bei den älteren Blättern oder Nadeln. Im Herbst und Winter bringen Nadelgehölze mit ihren Zapfen einen weiteren Farbton ins Spiel. Sie sind meist gelblich bis braunfarbig, doch es gibt sie auch in blaugrau oder rötlich. Enorm breit gefächert ist bei Koniferen das Spektrum der Blattfarben: Sie tragen ihr Nadelkleid in Dunkel- bis Hellgrün über Blaugrau bis hin zu panaschiert – das bedeutet, die Nadeln weisen verschiedenfarbige Bereiche auf, zum Beispiel in Weiß, Gelb oder Gold. Um für den eigenen Garten die passenden Nadelgehölze zu finden, berät man sich am besten mit einem Landschaftsgärtner. Im Gespräch mit dem Profi lassen sich bezüglich Blattfarbe, aber auch Wuchseigenschaft, Größe und Standortanspruch sowie vor allem der optimalen Verwendung echte Entdeckungen machen.

Sichtschutz und Schnitt

Während des Frühlings und Sommers wirken Laubgehölze als Hingucker oder als natürlicher Sichtschutz im Garten. Spätestens, wenn sie im Winter ihr Laub verloren haben, sind es jedoch eher die Immergrünen, die neugierige Blicke von Spaziergängern und Nachbarn fernhalten und Privatsphäre schaffen. Daher raten die Experten für Garten und Landschaft, Bereiche wie die Grundstücksgrenze oder die Terrasse mit Nadelgehölzen einzufassen – gut geeignet sind beispielsweise Wacholder (Juniperus), Eibe (Taxus) oder Scheinzypresse (Chamaecyparis). Diese sind ganzjährig blickdicht und lassen sich zudem gut in Form bringen. „Immergrüne Nadelgehölze werden immer öfter in Gärten verwendet“, erläutert Jungjohann vom BGL. „Sie sind eine gute Alternative zum Buchsbaum, denn viele Arten und Sorten haben ein ähnliches Wuchsverhalten und lassen sich hervorragend durch fachgerechten Schnitt in Form halten.“ Ob als klar geschnittene oder als geschwungene Hecke, in Kugelform oder oval – selbst außergewöhnliche Wünsche sind realisierbar. Auch für die Liebhaber imposanter Blickfänge im Garten finden sich unter den Nadelgehölzen interessante Exemplare: Der Wacholder ‘Sky Rocket‘ wächst tatsächlich so, wie es sein Name verspricht. Im Winter bietet er als schlanke, hohe, blaugraue Säule ein eindrucksvolles Bild als Solitär vor dem Haus.
Weitere Informationen auf www.mein-traumgarten.de.
BGL